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Ratgeber

Tipps zum Coming-out: dein Tempo, deine Entscheidung

Es gibt kein richtiges Alter und keinen richtigen Moment für ein Coming-out. Ein paar Gedanken zur Vorbereitung, zum Umgang mit Reaktionen und dazu, wann es guttut, sich Zeit zu lassen.

Von Queer-Guide-Redaktion2 Min. Lesezeit

Coming-out heißt, anderen von der eigenen sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität zu erzählen. Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt und kein Muss: Manche outen sich früh und einmal, andere immer wieder in neuen Situationen, wieder andere nie gegenüber bestimmten Personen. Alle diese Wege sind in Ordnung.

Es ist dein Tempo

Du schuldest niemandem ein Coming-out, auch nicht Menschen, die dir nahestehen. Ein Coming-out ist am ehesten dann ein guter Schritt, wenn du selbst dich bereit fühlst, nicht weil andere danach fragen oder weil du glaubst, es „endlich hinter dich bringen“ zu müssen.

Vorbereitung, die helfen kann

  • Überleg dir vorab, wem du dich zuerst anvertrauen möchtest, oft ist das eine Person, der du besonders vertraust.
  • Stell dir mögliche Reaktionen vor, auch schwierige, ohne dich davon abhalten zu lassen.
  • Überlege, ob du das Gespräch persönlich, am Telefon oder schriftlich führen möchtest: Alle Wege sind legitim.
  • Hab im Hinterkopf, wohin du gehen könntest, falls das Gespräch schwierig verläuft, etwa zu einer Freundin oder einem Freund.

Wenn die Reaktion nicht so ausfällt, wie du gehofft hast

Manche Menschen brauchen selbst Zeit, um eine neue Information einzuordnen, eine erste unsichere oder überraschte Reaktion muss nicht das letzte Wort sein. Das entschuldigt keine verletzenden Reaktionen, macht sie aber manchmal verständlicher. Gib dir und der anderen Person, wenn du magst, etwas Zeit und sprich bei Bedarf später erneut darüber.

Austausch mit anderen

Es hilft vielen, sich vorher oder währenddessen mit anderen queeren Menschen auszutauschen, die Ähnliches erlebt haben. Jugendgruppen und Treffs bei Queer-Guide sind dafür ein guter Einstieg, ebenso eine Beratungsstelle in deiner Nähe, falls du lieber vorher unter vier Augen sprechen möchtest.

Wenn es nach dem Coming-out schwierig wird

Reagiert dein Umfeld ablehnend oder wirst du zu Hause unter Druck gesetzt, musst du das nicht allein aushalten.

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