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Queere Gesundheitsangebote in Deutschland

Von HIV- und STI-Tests über medizinische Beratung bis zu psychosozialer Unterstützung: Hier findest du Gesundheitsangebote, die queere Lebensrealitäten kennen.

Stethoskop auf einer Regenbogenflagge
Foto: Jernej Furman from Slovenia (Wikimedia Commons), CC BY 2.0

Gesundheit, die dich ernst nimmt

Wer queer ist, macht im Gesundheitswesen manchmal Erfahrungen mit Unwissen oder Vorurteilen. Queere Gesundheitsangebote setzen dort an: Sie kennen die Fragen, die dich betreffen, und beraten ohne Bewertung. Dazu zählen Beratungsstellen zu sexueller Gesundheit, Aidshilfen, Angebote zur psychischen Gesundheit und Praxen, die sich auf queere Patient*innen eingestellt haben.

Du hast ein Recht auf respektvolle Behandlung. Wenn dir das in einer Praxis nicht gelingt, darfst du wechseln.

Tests, Schutz und Beratung zur sexuellen Gesundheit

Viele Beratungsstellen und Gesundheitsämter bieten Tests auf HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen an, teils anonym, teils kostenlos oder günstig. Die Beratung erklärt dir, welche Tests sinnvoll sind, wie du dich schützen kannst und was die nächsten Schritte sind.

Zum Schutz gibt es mehrere Möglichkeiten, etwa Kondome, Impfungen zum Beispiel gegen Hepatitis und HPV, und die PrEP, ein Medikament zur Vorbeugung einer HIV-Infektion, dessen Kosten die gesetzlichen Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen. Wer mit HIV lebt und wirksam behandelt wird, überträgt das Virus beim Sex nicht. Lass dich für deine persönliche Situation ärztlich beraten.

Psychische Gesundheit und Unterstützung

Diskriminierung, Ablehnung und ständiges Verstecken können belasten. Viele Menschen erleben in der Zeit rund um das Coming-out Angst, Niedergeschlagenheit oder Einsamkeit. Das ist nachvollziehbar und kein Zeichen von Schwäche. Psychosoziale Beratungsstellen und queersensible Therapeut*innen helfen, Wege zu finden.

Auch der Austausch in einer Selbsthilfegruppe kann entlasten. In einer akuten Krise erreichst du rund um die Uhr die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111, kostenlos. Für trans* und inter* Personen gibt es zusätzlich spezialisierte Angebote unter TIN*.

Häufige Fragen: Queere Gesundheitsangebote

Kann ich mich anonym auf HIV und andere Infektionen testen lassen?

Viele Beratungsstellen und Gesundheitsämter bieten anonyme Tests an. Ob und zu welchen Kosten, steht im Eintrag oder erfährst du bei der Stelle.

Wer übernimmt die Kosten für die PrEP?

Bei bestehendem Risiko übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten. Ärzt*innen und Beratungsstellen erklären dir, ob das für dich zutrifft und wie du sie bekommst.

Was mache ich, wenn ich in einer Praxis diskriminiert wurde?

Du darfst die Praxis wechseln. Eine Beratung hilft dir, das Erlebte einzuordnen und Schritte zu überlegen, zum Beispiel bei einer Beratungsstelle.

Wo bekomme ich Hilfe, wenn es mir psychisch nicht gut geht?

Sprich mit einer Beratungsstelle oder suche queersensible Therapeut*innen in der Nähe. In akuten Krisen hilft die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 rund um die Uhr, bei Gefahr für Leib und Leben der Notruf 112.

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