Safe Binding: Brustbinden sicher nutzen
Ein Brustbinder kann viel für das eigene Wohlbefinden bedeuten, falsch genutzt aber auch schaden. Was beim Binden wichtig ist, welche Warnzeichen du ernst nehmen solltest und wo du Beratung findest.
Von Queer-Guide-Redaktion2 Min. Lesezeit
Binden bedeutet, die Brust mit einem eng anliegenden Kleidungsstück flacher erscheinen zu lassen. Für viele trans Männer und nicht-binäre Personen ist das ein wichtiger Schritt, um sich im eigenen Körper wohler zu fühlen. Richtig gemacht ist Binden im Alltag gut möglich, falsch gemacht kann es dem Brustkorb und der Atmung schaden. Dieser Beitrag fasst zusammen, worauf es ankommt.
Womit du bindest
Nutze einen Binder, der eigens für diesen Zweck gemacht ist, mit der passenden Größe nach der Maßtabelle des Herstellers. Ace-Bandagen, Frischhaltefolie oder Klebeband sind für das Binden nicht geeignet: Sie sind nicht dehnbar genug, verrutschen und können beim Atmen, Bücken oder Sitzen zu gefährlich hohem Druck auf den Brustkorb führen. Ein zu kleiner Binder ist nicht wirksamer, sondern nur enger und damit riskanter.
Wie lange und wie oft
Die meisten Hersteller und Beratungsstellen empfehlen, einen Binder höchstens 8 Stunden am Tag zu tragen und nie darin zu schlafen. Plane wenn möglich binderfreie Zeiten und Tage ein, zum Beispiel zu Hause. Trage nie zwei Binder übereinander, auch das erhöht nur den Druck, nicht die Wirkung.
Warnzeichen, die du ernst nehmen solltest
Ein Binder darf beim Atmen nicht einschränken. Achte auf Schmerzen, Kurzatmigkeit, Taubheitsgefühl, Kribbeln in Armen oder Fingern, Schwindel oder Druckstellen und Hautreizungen. Tritt eines davon auf, zieh den Binder aus und lass ihn eine Weile weg. Halten die Beschwerden an oder kommen sie öfter vor, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Pflege und Haut
Wasch deinen Binder regelmäßig nach Anleitung des Herstellers und trage möglichst kein verschwitztes oder feuchtes Stück erneut direkt auf der Haut. Ein dünnes Unterhemd darunter kann Reibung verringern. Bei anhaltenden Hautreizungen hilft es, für einige Tage auf lockerere Alternativen wie Sport-BHs oder mehrere Lagen enger Oberteile umzusteigen.
Wenn du dir unsicher bist
Zur passenden Größe, zu Alternativen und zu der Frage, ob eine geschlechtsangleichende Operation der Brust (Mastektomie, oft „Top-Surgery“ genannt) für dich infrage kommt, berät dich der Bundesverband Trans* oder eine spezialisierte Praxis. Mehr zu Operationen findest du im Beitrag zu geschlechtsangleichenden Operationen, Angebote in deiner Nähe unter TIN* und Beratungsstellen.
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