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Queer im Alter: Leben und Vorsorge für Senior*innen

Viele ältere queere Menschen haben Diskriminierung und Unsichtbarkeit über Jahrzehnte selbst erlebt. Worauf es bei Pflege und Wohnen im Alter ankommt und wo du Gemeinschaft und Beratung findest.

Von Queer-Guide-Redaktion2 Min. Lesezeit

Viele queere Menschen, die heute im Rentenalter sind, haben einen großen Teil ihres Lebens erlebt, als gleichgeschlechtliche Beziehungen noch strafbar waren oder gesellschaftlich geächtet wurden: Der Paragraf 175, der Sex zwischen Männern unter Strafe stellte, wurde in Deutschland erst 1994 vollständig abgeschafft. Diese Geschichte prägt bis heute, wie manche ältere queere Menschen mit Offenheit, Vertrauen und Institutionen umgehen.

Sorge vor dem Zurück-in-den-Schrank

Mit zunehmender Pflegebedürftigkeit geraten manche ältere queere Menschen in Abhängigkeit von Personal oder Einrichtungen, bei denen sie nicht wissen, wie offen sie über ihr Leben sprechen können. Manche verheimlichen ihre Geschichte deshalb wieder, obwohl sie früher offen gelebt haben. Das betrifft besonders trans Personen, deren Vorgeschichte durch Pflegeunterlagen sichtbar werden kann.

Worauf bei Pflegeeinrichtungen achten

Einige Einrichtungen in größeren Städten haben sich auf queere Senior*innen spezialisiert oder ihr Personal gezielt geschult, andere Träger bieten zumindest Schulungen und Ansprechpersonen für dieses Thema an. Es lohnt sich, bei der Suche nach einer Einrichtung gezielt nach Erfahrung mit queeren Bewohner*innen zu fragen, statt das erst im Nachhinein zu merken.

Wohnen und Gemeinschaft

In mehreren deutschen Städten gibt es inzwischen Wohnprojekte, die gezielt für ältere queere Menschen gedacht sind, von Wohngemeinschaften bis zu betreuten Wohnformen. Auch ohne ein solches Projekt helfen regelmäßige Treffen, Kaffeenachmittage oder Ausflüge, den Kontakt zur Community zu halten, gerade wenn das eigene Umfeld kleiner wird.

Vorsorge, die vielen wichtig ist

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung regeln, wer im Ernstfall für dich entscheiden darf, das ist besonders für gleichgeschlechtliche Paare ohne Ehe oder für queere Wahlfamilien wichtig, damit im Notfall die Menschen einbezogen werden, die dir tatsächlich nahestehen. Beratung dazu bekommst du bei einer Verbraucherzentrale, einem Notariat oder bei manchen Wohlfahrtsverbänden.

Angebote finden

Bei Queer-Guide findest du speziell für Senior*innen gedachte Angebote unter Senior*innen. Allgemeine Fragen zu Pflege und Rechten beantwortet außerdem der LSVD.

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