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Hintergrund

Von San Francisco bis heute: Die Geschichte der Regenbogenflagge

1978 nähten Gilbert Baker und andere die erste Regenbogenflagge für eine Parade in San Francisco. Wie aus acht Farben sechs wurden und was die Progress-Flagge daran ändert.

Von Queer-Guide-Redaktion2 Min. Lesezeit

Regenbogenflagge weht im Wind vor blauem Himmel mit Wolken
Bild: Benson Kua from Toronto, Canada (Wikimedia Commons), CC BY-SA 2.0

Kaum ein Symbol ist so bekannt wie die Regenbogenflagge. Sie hängt an Rathäusern, wird bei CSDs getragen und steht in Schaufenstern. Ihre Geschichte beginnt in San Francisco, und sie ist noch nicht zu Ende.

1978: Die erste Flagge

Der Künstler und Aktivist Gilbert Baker entwarf die Flagge gemeinsam mit anderen Aktiven, darunter Lynn Segerblom und James McNamara. Angeregt hatte ihn Harvey Milk, einer der ersten offen schwulen Politiker der USA, der ein Symbol für die Bewegung wollte. Am 25. Juni 1978 wurde die Flagge bei der San Francisco Gay Freedom Day Parade gezeigt. Sie hatte acht Streifen: Pink, Rot, Orange, Gelb, Grün, Türkis, Indigo und Violett, jeder mit einer Bedeutung, etwa Rot für das Leben und Violett für den Geist. Mehr erfährst du auf der Seite zur Regenbogenflagge.

1978 und 1979: Aus acht werden sechs

Nach der Ermordung von Harvey Milk am 27. November 1978 stieg die Nachfrage nach der Flagge stark an. Ein Flaggenhersteller aus San Francisco bot eine Fassung mit sieben Streifen an, weil es für das Pink keinen Stoff in großer Menge gab. Später fiel das Türkis weg, damit sich die Flagge bei Umzügen gleichmäßig in zwei Hälften teilen ließ. So entstand die Fassung mit sechs Streifen, die heute weltweit üblich ist. Zwei Flaggen der ersten Parade galten über vierzig Jahre als verschollen, bis 2020 ein Rest einer davon im Nachlass von Baker gefunden wurde.

2017: Mehr Farbe

2017 stellte die Stadt Philadelphia eine Flagge mit zwei zusätzlichen Streifen in Schwarz und Braun vor, um Schwarze queere Menschen und queere People of Color sichtbarer zu machen. Anlass waren Vorwürfe von Rassismus in Bars der Szene. Die Philadelphia-Pride-Flagge war umstritten, aber sie brachte eine Debatte in Gang.

2018: Die Progress-Flagge

Der Grafiker Daniel Quasar veröffentlichte 2018 die Progress-Pride-Flagge. Sie fügt dem Regenbogen einen Pfeil mit den Farben der Trans-Flagge und den Farben Schwarz und Braun hinzu. Der Pfeil zeigt nach rechts und steht für Fortschritt.

2021: Inter* dazu

Valentino Vecchietti von Intersex Equality Rights UK ergänzte die Progress-Flagge 2021 um ein gelbes Dreieck mit violettem Kreis, dem Zeichen der Inter*-Flagge. So entstand die Intersex-inklusive Progress-Flagge.

Und heute?

Die Regenbogenflagge bleibt das gemeinsame Zeichen. Zusätzlich gibt es Flaggen für einzelne Identitäten, von der Bi- über die Trans- bis zur asexuellen Flagge. Sie alle findest du im Flaggen-Lexikon. Dort steht auch, wo die Herkunft einer Flagge nicht eindeutig belegt ist.

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