Warum KI-generierte Bilder in der queeren Community ein Problem sind
KI-Bilder, -Musik und -Videos mit queerer Ästhetik verbreiten sich schnell in sozialen Netzwerken und Werbung. Warum das für viele in der Community mehr ist als eine technische Randnotiz.
Von Queer-Guide-Redaktion2 Min. Lesezeit
Bilder, Musik und Videos, die mit Künstlicher Intelligenz erzeugt wurden, tauchen inzwischen überall auf: in sozialen Netzwerken, in Werbung, teils sogar bei CSD-Ankündigungen. Queere Symbole und Ästhetik, von Regenbogenfarben bis zu Darstellungen queerer Personen, werden dabei oft ohne Bezug zu echten queeren Kunstschaffenden erzeugt. Das wirft mehrere Probleme auf, die über Geschmacksfragen hinausgehen.
Trainiert mit fremder, oft queerer Kunst
KI-Bildgeneratoren wurden mit riesigen Mengen vorhandener Bilder trainiert, darunter Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus der queeren Community, häufig ohne deren Zustimmung und ohne Vergütung. Wer mit solchen Programmen queere Motive erzeugt, nutzt damit indirekt genau die Arbeit weiter, die viele queere Kunstschaffende erst sichtbar gemacht hat, ohne dass diese davon etwas haben.
Verlust von Auftragsarbeit
Viele queere Illustrator*innen, Fotograf*innen und Musiker*innen verdienen einen Teil ihres Einkommens mit Auftragsarbeiten für Vereine, CSDs oder Kampagnen. Wenn Organisationen stattdessen kostengünstig KI-Bilder erzeugen, fällt genau diese Auftragsarbeit weg, in einem Bereich, in dem viele Kunstschaffende ohnehin schon wenig verdienen.
Verzerrte, oft stereotype Darstellung
KI-Bildgeneratoren greifen auf das zurück, was in ihren Trainingsdaten am häufigsten vorkommt. Das führt bei queeren Themen häufig zu stereotypen, unrealistischen oder klischeehaften Darstellungen, etwa immer gleich aussehenden Regenbogenmotiven oder Personen, die gängigen Schönheitsnormen entsprechen. Echte Vielfalt an Körpern, Hautfarben und Ausdrucksformen bildet sich darin oft schlechter ab als in von Menschen gemachter Kunst.
Kommerzielle Nutzung queerer Symbole
Manche Firmen nutzen KI-generierte „Pride“-Grafiken für Marketing im Juni, ohne queere Kunstschaffende zu beauftragen oder queere Organisationen finanziell zu unterstützen. Das verstärkt den Eindruck, dass es Unternehmen eher um das Bild einer aufgeschlossenen Marke geht als um echte Unterstützung, ein Vorwurf, der als „Pinkwashing“ bekannt ist.
Was du tun kannst
- Beauftrage für Vereinsarbeit, CSD-Material oder eigene Projekte wo möglich echte queere Kunstschaffende, auch bei kleinem Budget lassen sich oft Wege finden.
- Nenne bei geteilten Bildern die Urheberin oder den Urheber, wenn bekannt, und teile keine KI-Bilder als vermeintlich echte Kunst weiter.
- Sprich Organisationen und Firmen an, wenn dir KI-generiertes „Pride“-Material auffällt, und frag nach, warum keine echten Kunstschaffenden beauftragt wurden.
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