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Hintergrund

Autismus, ADHS und Queer-Sein: eine häufige Überschneidung

Studien deuten auf eine überdurchschnittlich hohe Zahl queerer und trans Menschen unter Autist*innen und Menschen mit ADHS hin. Was mögliche Erklärungen sind und wo doppelt passende Unterstützung zu finden ist.

Von Queer-Guide-Redaktion2 Min. Lesezeit

Mehrere Studien der letzten Jahre deuten darauf hin, dass autistische Menschen und Menschen mit ADHS überdurchschnittlich häufig auch queer oder trans sind, verglichen mit der Gesamtbevölkerung. Die genauen Ursachen dafür sind wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt, es gibt aber ernstzunehmende Erklärungsansätze.

Mögliche Erklärungen

Ein diskutierter Ansatz ist, dass neurodivergente Menschen gesellschaftliche Normen, auch zu Geschlecht und Anziehung, tendenziell weniger automatisch übernehmen und stattdessen eher hinterfragen, was sich für sie selbst richtig anfühlt. Ein anderer Ansatz verweist darauf, dass neurodivergente Menschen sich in queeren Communitys häufiger akzeptiert fühlen, weil dort ungewöhnliches Verhalten insgesamt öfter toleriert wird. Beide Erklärungen schließen sich nicht aus und sind vermutlich nicht vollständig.

Doppelte Hürden

Wer sowohl neurodivergent als auch queer ist, stößt manchmal auf doppelte Missverständnisse: Fachleute für Autismus oder ADHS kennen sich nicht immer mit queeren Themen aus, und queere Beratungsstellen sind nicht automatisch auf neurodivergente Bedürfnisse eingestellt, etwa auf Reizüberflutung in Gruppenräumen oder auf einen direkteren Kommunikationsstil. Das kann dazu führen, dass sich Betroffene in keinem der beiden Bereiche vollständig verstanden fühlen.

Diagnosen bei Erwachsenen

Viele Menschen, besonders Frauen und nicht-binäre Personen, erhalten eine Autismus- oder ADHS-Diagnose erst im Erwachsenenalter, weil ältere Diagnosekriterien stark an männlich sozialisiertem Verhalten ausgerichtet waren. Eine späte Diagnose kann erleichternd sein, weil sie frühere Erfahrungen neu einordnet, braucht aber auch Zeit zur Verarbeitung.

Worauf achten bei der Suche nach Unterstützung

Frag bei Beratungsstellen gezielt nach, ob Erfahrung mit neurodivergenten Klient*innen besteht, und bei auf Neurodivergenz spezialisierten Stellen, ob sie sich mit queeren und trans Themen auskennen. Manche Gruppen und Selbsthilfeangebote richten sich inzwischen ausdrücklich an beide Erfahrungen zugleich.

Angebote finden

Bei Queer-Guide findest du allgemeine Beratung unter Beratungsstellen und Austausch unter Selbsthilfe. Frag im Erstkontakt ruhig direkt nach Erfahrung mit Neurodivergenz, das erspart Missverständnisse.

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