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Ratgeber

Geschlechtsangleichende Operationen: Ablauf, Kostenübernahme, Beratung

Welche Voraussetzungen für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse gelten, wie der Antrag abläuft und wo du dich vorher und nachher begleiten lassen kannst.

Von Queer-Guide-Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein leerer, moderner Operationssaal
Bild: John Crawford (Photographer) (Wikimedia Commons), Public domain

Geschlechtsangleichende Operationen sind für manche trans und inter Menschen ein wichtiger Schritt, für andere nicht notwendig, das entscheidet jeder Mensch für sich. Dieser Überblick erklärt, wie die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung funktioniert. Er ersetzt kein Gespräch mit deiner Krankenkasse oder einer spezialisierten Praxis.

Voraussetzung: eine behandlungsbedürftige Geschlechtsdysphorie

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten, wenn eine behandlungsbedürftige Geschlechtsdysphorie festgestellt wurde und die Operation als medizinisch notwendig gilt, um diesen Leidensdruck zu lindern. Seit einer Gesetzesänderung 2023 ist dafür kein psychologisches Gutachten mehr nötig, das vorher dafür verlangt wurde.

Der Antrag bei der Krankenkasse

Vor der Operation stellst du bei deiner Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme. Die Kasse hat danach in der Regel drei Wochen Zeit für eine Entscheidung, schaltet sie den Medizinischen Dienst ein, verlängert sich die Frist auf fünf Wochen. Der Medizinische Dienst begutachtet, ob die Operation im konkreten Fall medizinisch notwendig ist. Plane für die Vorbereitung genug zeitlichen Vorlauf ein, auch für die Suche nach einer erfahrenen Praxis oder Klinik.

Kosten und Wartezeiten

Je nach Art und Umfang des Eingriffs können geschlechtsangleichende Operationen mehrere zehntausend Euro kosten, bei genehmigter Kostenübernahme trägt die gesetzliche Krankenversicherung diese Kosten. Wartezeiten auf einen Operationstermin bei spezialisierten Praxen und Kliniken können je nach Eingriff und Region deutlich länger sein als die reine Antragsbearbeitung, frag frühzeitig nach.

Begleitung vor und nach der Operation

Viele Menschen profitieren von psychosozialer Begleitung und vom Austausch mit anderen, die den Weg bereits gegangen sind, unabhängig davon, ob das für die Kostenübernahme nötig ist. Der Bundesverband Trans* und die dgti bieten Beratung und Kontakt zu Selbsthilfegruppen. Bei Queer-Guide findest du Anlaufstellen unter Beratungsstellen, Selbsthilfe und TIN*.

Wenn Wartezeit oder Ablehnung belasten

Ein abgelehnter Antrag oder eine lange Wartezeit können sehr belastend sein. Beratungsstellen helfen auch beim Widerspruch gegen eine Ablehnung. Wenn es dir gerade grundsätzlich nicht gut geht:

  • TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, kostenlos und rund um die Uhr
  • krisenchat.de: Chatberatung für unter 25-Jährige, rund um die Uhr

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